Der Strahlengang im Nomarski-DIK
Verwendet man konventionelle Wollaston-Prismen für die Erzeugung von Differentiellem Interferenzkontrast, so muss man sie im Bereich der Brennebenen von Kondensor und Objektiv anbringen. Die Brennebene eines Objektivs mit großem Abbildungsmaßstab liegt innerhalb dessen Linsensystems, was die Anbringung eines Wollaston-Prismas natürlich erheblich erschwert. Für den DIK müssen bei dieser Anordnung spezielle Objektive mit integriertem Wollaston-Prisma hergestellt werden. Deshalb hat Nomarski dieses Prisma so modifiziert, dass man es weiter entfernt von Kondensor und Objektiv anbringen kann ("Nomarski-Prisma"). Die wesentliche Funktionalität des derart modifizierten Wollaston-Prismas als polarisationsoptischem Strahlteiler bleibt hiervon natürlich unberührt.
Von allen prinzipiell möglichen Anordnungen zur Erzeugung des DIK hat die nach Nomarski die weiteste Verbreitung gefunden und sich allgemein durchgesetzt ("Nomarski-DIK").
Zumeist lässt sich das obere Nomarski-Prisma senkrecht zur optischen Achse des Mikroskops verschieben. Hierdurch ist es - genau wie bei einem konventionellen Wollaston-Prisma auch - möglich einen bestimmten Gangunterschied zwischen den beiden Teilstrahlen einzustellen ("Basisgangunterschied"). Das Präparat modifiziert dann durch seine optischen Eigenschaften diesen Basisgangunterschied (Vergrößerung oder Verringerung). Je nach Größe des eingestellten Basisgangunterschiedes entstehen unterschiedliche Phasendifferenzen zwischen den Teilstrahlen, die wiederum fallweise eine eher destruktive oder konstruktive Interferenz im Bereich des Analysators bewirken. Deshalb kann man durch Verschieben des Nomarski-Prismas eine bestimmte Helligkeit des Bilduntergrundes einstellen. Über die Modifizierung des Basisgangunterschiedes durch die Präparatstrukturen entsteht dann der vom DIK bekannte Hell-Dunkel-Kontrast.
© 2001 Christian Linkenheld |
||||||||||||||||||||||||