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Basiswissen: Dunkelfeld/Hellfeld

 

  Hellfeldmikroskopie

Das Hellfeld-Verfahren ist das klassische Beobachtungsverfahren in der Lichtmikroskopie. Das Präparat wird hierbei von unten mit einem Lichtkegel beleuchtet. Dieser Lichtkegel wird durch den Kondensor des Mikroskops erzeugt. Die Beleuchtung im Hellfeld-Mikroskop ist optimal eingestellt, wenn möglichst das gesamte vom Präparat ausgehende Licht in das Objektiv gelangt. Im mikroskopischen Bild erscheint das Präparat dann dunkel (gefärbt) auf hellem Untergrund.

 

Gefärbtes Präparat aus der Gynäkologie im Hellfeld-Mikroskop
   

Kontrastreiche Präparate können im Hellfeld mit gutem Ergebnis dargestellt werden. Das Bild ist weitgehend objektähnlich und deshalb vergleichsweise leicht interpretierbar.


 

  Dunkelfeldmikroskopie

Beim Dunkelfeldmikroskop gelangt kein direktes Mikroskopierlicht in das Objektiv. Das Präparat wird hierzu nicht mit einem Kegel, sondern nur mit einem Kegelmantel beleuchtet. Dieser Kegelmantel wird durch einen speziellen Kondensor (Dunkelfeldkondensor) erzeugt. Für geringere Ansprüche kann man auch mit einem Hellfeldkondensor Untersuchungen im Dunkelfeld durchführen. Hierzu muss die Aperturblende des Kondensors durch eine Zentralblende ersetzt werden können.

Befindet sich kein Präparat im Strahlengang, so bleibt im Dunkelfeld das Gesichtsfeld beim Blick in das Okular völlig dunkel. Wird dagegen ein Präparat in den Strahlengang gebracht, so kommt es zu einer teilweisen "Ablenkung" des Mikroskopierlichts an den Präparatstrukturen durch Lichtbrechung, Reflexion und insbesondere durch Beugung. Dieses abgelenkte Licht gelangt nun teilweise in das Objektiv und erzeugt im Mikroskop ein sichtbares Bild. Die mikroskopischen Objekte werden hell leuchtend auf einem dunklen Hintergrund dargestellt. Dabei leuchten besonders die Ränder (Konturen) auf. Das Innere der Untersuchungsobjekte bleibt  jedoch ebenfalls meist dunkel.

 

Blutausstrich im Dunkelfeld
   
Nativblut im Dunkelfeld

Die Umrisse der Erythrozyten leuchten hell auf; das Innere der roten Blutkörperchen und der Bilduntergrund sind hierbei völlig dunkel.


 

Das mikroskopische Bild im Hellfeld entspricht also den normalen Sehgewohnheiten, da die Objekte sich mehr oder weniger dunkel vom Hintergrund abheben (= positiver Kontrast).
Im Dunkelfeld muss man sich jedoch von den normalen Sehgewohnheiten lösen. Hier leuchten die Objekte bzw. deren Ränder hell vor einem dunklen Hintergrund (= negativer Kontrast). 

 

Strahlengang im Dunkel- und im Hellfeld
   

 

 



 © 2002 Christian Linkenheld