Beispiel: Protozoen (tierische Einzeller als Bioindikatoren)

 

Im mikroskopischen Bild eines "gesunden" Belebtschlammes treten immer auch Protozoen auf. Die Bedeutung dieser Organismen für die Reinigungsleistung ist eher gering. Für den Abbau der Abwasserinhaltsstoffe sorgen überwiegend die Bakterien in den Flocken des Belebtschlammes.

Der geübte Mikroskopiker kann allerdings aus dem Vorkommen bestimmter Protozoen Rückschlüsse auf die Bedingungen in einer Kläranlage treffen. Das Vorkommen bestimmter Formen wird hierbei als günstig interpretiert. Andere Arten deuten dagegen eher auf ungünstige Betriebsbedingungen hin. 

Letztlich sind es die Ansprüche einer Art, die über deren Vorkommen im Belebtschlamm entscheiden. Ist ein Organismus beispielsweise auf einen relativ hohen Sauerstoff-Gehalt angewiesen, so deutet das Vorkommen von Exemplaren der entsprechenden Art im Belebtschlamm auf eine ausreichende Belüftung hin. Umgekehrt deutet das Fehlen entsprechender Organismen und das gleichzeitige Auftreten von Sauerstoffmangel-toleranten Arten auf Probleme in der Kläranlage hin.

Kann man aus dem Vorkommen von Exemplaren einer Art auf die Bedingungen in deren Lebensraum Rückschlüsse treffen (hier: Belebtschlamm), so bezeichnet man den entsprechenden Organismus als Bioindikator.

 

Kleine Kolonie von Epistylis plicatilis
   

Viele Wimpertierchen haben relativ hohe Ansprüche an ihre Umwelt. Das Vorkommen der nachfolgend abgebildeten Art Epistylis plicatilis deutet beispielsweise auf eine ausreichende Versorgung des Belebtschlammes mit Sauerstoff hin.

Kolonie von Epistylis plicatilis

 Phasenkontrastaufnahme mit Objektiv 10-fach.


 

 

Fließamöbe
   
Amöben sind hinsichtlich ihres Lebensraumes meist wenig anspruchsvoll. Besonders ein zahlreiches Vorkommen von Fließamöben deutet auf eine Sauerstoffmangel-Situation hin.

Amöbe

Phasenkontrastaufnahme mit Objektiv 10-fach.


 

 



© 2002 Christian Linkenheld