Der Vorfluter unter dem Mikroskop
Home >> Belebtschlamm-Mikroskopie > Vorfluter Mit dem Bau von Kläranlagen will man die Gewässer vor übermäßiger Belastung durch sauerstoffzehrende und nährstoffhaltige Abwässer schützen. Soll die Wirksamkeit dieser Gewässerschutzmassnahmen überprüft werden, so muss ein Blick auf und insbesondere auch in diese Gewässer geworfen werden. Mitunter sind derartige Einblicke sehr interessant und oftmals leider auch sehr ernüchternd. Wichtig bei einer derartigen Untersuchung sind auch teilweise gravierende zeitliche Schwankungen in der Gewässergüte. Nachfolgende Bilderserie dokumentiert die Situation an einem Bach in der Vorderpfalz. Es handelt sich somit um ein Gewässer in einer dicht besiedelten Region. Bei Trockenwetter ist die Wasserqualität nicht zu beanstanden; das Wasser ist praktisch nicht getrübt und die Konzentration von Ammonium-Stickstoff liegt bei bzw. unter 0.2 mg/l. Diese Situation herrschte auch am 18.08.1992. Bei Regenwetter präsentiert sich ein völlig verändertes Bild. Das Wasser ist durch organische Schwebstoffe sehr stark getrübt. Unter dem Mikroskop sind Flocken und auch Bakterienkolonien erkennbar. Das mikroskopische Bild ähnelt tatsächlich dem mikroskopischen Bild von Belebtschlamm. Die Konzentration von Ammonium-Stickstoff kann über 5 mg/l ansteigen. Diese Situation lag auch am 31.08.1992 vor, als im Einzugsbereich des Rehbachs ein Landregen mit etwa 10-15 Liter Niederschlag innerhalb 5 Stunden pro Quadratmeter niederging. Nach starken Regenfällen (Gewitterregen) ist die Situation besonders drastisch. Das Gewässer ist bezüglich seiner Organismenausstattung dann weitgehend "leergeräumt" und verödet. Dieses Beispiel soll dazu beitragen den Begriff der Gewässergüte nicht als statische Größe zu betrachten.
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© 2002 Christian Linkenheld