Christian Linkenheld
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Vorführraum

 

 

 

Ein Mikroskop mit einer Beleuchtung nach Köhler muss über eine in den Mikroskopfuß eingebaute verstellbare Leuchtfeldblende verfügen. Der Kondensor verfügt über eine ebenfalls verstellbare Aperturblende. Damit die Leuchtfeldblende scharf und mittig in das Präparat abgebildet werden kann muss der Kondensor zudem höhenverstellbar und zentrierbar sein.

 

Durchlichtmikroskop mit eingebauter Köhlerscher Beleuchtung (Motic BA310)
   

 

Die Einstellung der Köhlerschen Beleuchtung erfolgt bei fast allen Mikroskopen in identischer Weise. Es gibt allerdings immer wieder Modifizierungen oder Vereinfachungen dieser Beleuchtung. Die einfachsten Kursmikroskope verzichten ganz auf die Möglichkeit der Beleuchtungseinstellung nach Köhler. Diesen Mikroskopen fehlt dann insbesondere auch eine Leuchtfeldblende. Die folgende Anleitung zeigt die Einstellung der Beleuchtung am oben dargestellten Mikroskop. Sie kann direkt an fast allen Mikroskopen mit Köhlerscher Beleuchtung nachvollzogen werden.

 

Die Köhlersche Beleuchtung am Mikroskop einstellen
   

 

Neben der richtigen Einstellung der Köhlerschen Beleuchtung muss das Mikroskop auch an die individuellen Gegebenheiten des Mikroskopikers angepasst werden. Wenn Ihr Mikroskop nicht nur über einen einfachen monokularen, sondern einen binokularen Einblick für beidäugiges Mikroskopieren verfügt müssen sie den Augenabstand und zumeist auch den Dioptrienausgleich - in der Regel am Tubusstutzen - einstellen.

Der Augenabstand ist dann richtig eingestellt, wenn Sie bei beidäugigem Einblick ein völlig rundes Bild sehen.

Mit dem Dioptrienausgleich können Sie eine Fehlsichtigkeit innerhalb eines bestimmten Rahmens ausgleichen. In der Regel verfügt hierzu mindestens einer der beiden Tubusstutzen über einen Einstellring. Die Vorgehensweise hierzu ist:

  • Blicken Sie bei richtig eingestelltem Augenabstand mit beiden Augen in das Mikroskop.
  • Schließen Sie das Auge, das sich am Tubusstzutzen mit dem Einstellring befindet und stellen Sie ein prägnantes Detail mit dem Feintrieb für das andere, geöffnete Auge scharf ein.
  • Schließen Sie jetzt das zuvor geöffnte Auge und Öffnen Sie das Auge, welches sich am Tubusstzutzen mit dem Einstellring befindet. Stellen Sie für dieses Auge das zuvor für das andere Auge bereits scharf eingestellte Detail nur durch Drehen des Einstellrings auch für dieses Auge scharf.

Sie sollten diesen Abgleich mit einem Objektiv ausführen, welches nur gering vergrößerte Bilder erzeugt (z.B. Objektiv 4:1). Dies empfiehlt sich weil die bildseitige Schärfentiefe bei einem kleinen Abbildungsmaßstab geringer ist und der Abgleich deshalb exakter erfolgen kann.
Mitunter kann es auch sein, dass keiner der Tubusstutzen über einen Einstellring für den Dioptrienausgleich verfügt. Dann muss jedoch mindestens eines der beiden Okulare diese Möglichkeit bieten. Die Vorgehensweise ist dann wie oben beschrieben, nur dass dann die Einstellung am Okular direkt erfolgt.

 


Am Rande bemerkt:

Der zur Abbildung im Mikroskop beitragende Strahlenraum wird bei exakt eingestellter Köhlerscher Beleuchtung durch zwei Blenden (Apertur- und Feldblende) bestimmt. Bei der Aperturblende handelt es sich um die Blende des Kondensors. Welche Blende übernimmt nun die Funktion der Feldblende? Zunächst wird Ihre Vermutung naheliegenderweise auf die Leuchtfeldblende hinauslaufen. Dies ist jedoch nicht der Fall, da die Leuchtfeldblende so weit geöffnet wird, dass sie gerade nicht mehr sichtbar ist. Stattdessen sehen Sie als Feldbegrenzung eine vollkommen runde Blende. Diese befindet sich im Okular und wird als Sehfeldblende bezeichnet. Sie liegt exakt am Ort des Zwischenbildes (= objektseitige Brennebene des Okulars).

Okular WHK10/20 von Olympus

Neben der Okularvergrößerung (z.B. 10x) ist die "Sehfeldzahl" die wichtigse Kenngröße eines Okulars. Sie gibt den Durchmesser der Sehfeldblende in mm an. Das links abgebildete Okular besitzt eine Sehfeldzahl von 20. Je höher die Sehfeldzahl ist, desto größer ist der im Präparat überblickte Ausschnitt. Der Durchmesser des sichtbaren Bereichs aus der Objektebene ergibt sich aus dem Quotienten von Sehfeldzahl und Maßstabszahl des Objektivs.

Wenn Sie ein Objektiv 40:1 mit dem Okular aus der Abbildung verwenden überblicken Sie somit einen Bereich von:
20mm/40 = 0.5mm.


 

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06/03/2016