Christian Linkenheld
/* Pfad durch die Lichtmikroskopie */
[ Impressum | Kontakt ]
[ Startseite von mikroskopie.de ]

 

Vorführraum

 

In der Regel verursachen die mikroskopisch untersuchten doppelbrechenden Objekte nur einen kleinen Gangunterschied zwischen ordentlichem und außerordentlichem Strahl. Diese geringen Gangunterschiede lassen das Präparat im mikroskopischen Bild folglich nur in schwer unterscheidbaren Interferenzfarben im Graubereich erscheinen.

Zur Erzeugung eines intensiven Farbkontrasts kann man zusätzlich als Hilfsobjekt eine so genannte Lambda-Platte (= Hilfspräparat Rot I Ordnung) einfügen. Hierbei handelt es sich um ein Plättchen aus doppelbrechendem Material, welches in Diagonalstellung in den Strahlengang eingefügt wird. Die Lambda-Platte verursacht einen Gangunterschied von 550 nm zwischen ordentlichem und außerordentlichem Strahl. Hieraus resultiert nach der Interferenz im Analysator ein rötlicher Farbton. Befindet sich nur die Lambda-Platte im Strahlengang, so erscheint der gesamte Bilduntergrund in dieser rötlichen Interferenzfarbe. Der so erzeugte "Basisgangunterschied" wird dann durch das optisch anisotrope Präparat geringfügig vergrößert oder verkleinert. Man wählt für das Hilfsobjekt einen Gangunterschied von 550nm, weil hier bereits kleine durch das Präparat erzeugte Änderungen zu einem deutlich wahrnehmbaren Farbkontrast führen.

 

Grundprinzip der Polarisationsmikroskopie im Durchlicht
   

 

Für einfache Beobachtungen im polarisierten Licht genügt bereits die ergänzende Ausrüstung eines Hellfeld-Mikroskops mit Polarisator und Analysator. Für anspruchsvollere Untersuchungen wird ein drehbarer Objekttisch benötigt. Damit beim Drehen des Tisches das Zentrum des betrachteten Objektfeldes nicht aus der Bildmitte herauswandert müssen Objektive oder Tisch zusätzlich zentrierbar sein.

Eine weitere Anforderung an die Ausstattung des Mikroskops ist besonders bei quantitativen polarisationsoptischen Verfahren wichtig. Zwischen Polarisator und Analysator mit etwaiger Lambda-Platte dürfen sich neben den Präparatstrukturen keine weiteren doppelbrechenden Elemente im Strahlengang befinden. Die Gläser herkömmlicher Objektive und Kondensoren stehen jedoch immer unter einer gewissen inneren Eigenspannung welche zur so genannten Spannungsdoppelbrechung führt. Um dies zu vermeiden müssen dann spezielle spannungsfreie Kondensoren und Objektive verwendet werden.

 

Zur Startseite von mikroskopie.de © 2016 Christian Linkenheld / Holzmarkt 5 / 67346 Speyer / Telefon: 06232 6021751
06/03/2016